"Luther-Brau-Tag" am 05.03.2017

Martin-Luther- Brautag in Edemissen


Selbstgebrautes Bier kann beim Luther-Frühstück probiert werden

 

500 Jahre Reformation, 1517- 2017 - Reformator Martin Luther war auch

ein großer Bierfreund. Was lag da näher, als ihm zu Ehren einen Brautag zu veranstalten. Die Idee dazu hatte der Förderverein Martin-Luther Edemissen e.V.

So trafen sich am 4. März 2017 sechs gestandene Männer, darunter auch Pastor Christian Ratz, um sich unter fachlicher Anleitung von Thomas Melde auf der Terrasse des Pfarrhauses der Herausforderung des Bierbrauens zu stellen.

 

Im Laufe des Brautages fanden sich immer wieder interessierte Menschen ein, um dem Brauteam über die Schulter zu schauen und um zu sehen, was da gemacht wird. Sie wurden nicht enttäuscht, denn bald nach Braubeginn stieg ihnen schon der aromatische Bierbrauduft in die Nase. Es wurde Wasser aufgeheizt, Malz zugegeben, gerührt, (daher der Name: ein rühriges Team), temperiert, Zeiten kontrolliert und eingehalten, ein- und umgefüllt, gehopft und Würzegehalte gemessen. Es war ein emsiges Treiben und Gewusel. Zudem mussten die Utensilien immer wieder gereinigt werden. Der gesamte Brauvorgang ist im nachfolgenden „Kasten“ skizziert und nachzulesen.

 

Mit der „Heißtrubentfernung“ war die Arbeit des Brauteams am frühen Abend zu Ende. Ein selbstgebrautes Bier stand damit aber noch nicht zur Verfügung. Der „Gärvorgang“ (siehe Kasten) unter Beobachtung des Braumeisters dauert 7 bis 14 Tage.  

 

Es war ein arbeitsreicher Tag für uns Hilfsbrauer. Es hat aber viel Spaß gemacht und war sehr lehrreich für uns alle. Wir danken unserem „Braumeister“ Thomas Melde und dem Förderverein Martin-Luther-Edemissen e.V. für einen schönen und erlebnisreichen Tag. Wir danken aber auch den Angehörigen des Brauteams, Besucher, die uns angefeuert haben und den Kuchenspenderinnen und Imbissbereitern.

Unser hoffentlich gutes „Lutherbier“ wird am 21. Mai 2017 zum Lutherfrühstück in „Probiermengen“ ausgeschenkt.

 

Horst Greve. 

 

 

Der Brauvorgang am 4. März 2017:         

 

Das Maischen.

Es wird Braumalz mit heißem Wasser verrührt. Durch diesen – Maischen- genannten Vorgang, wandelt sich die Stärke des Malzes in Zucker um.

 

Das Läutern.

Das Läutern ist ein Filtervorgang, bei dem die festen Stoffe der Maische von den flüssigen getrennt werden. Das geschieht über einen mit einem Siebboden versehenen Läuterbottich. Der flüssige Teil ist die Würze; der feste Teil  der Treber.

 

Das Überschwänzen.

Der Würzegehalt kann durch einen Nachguss von heißem Wasser über die Maischereststoffe verändert werden. Hiermit reguliert der Braumeister auch den späteren Alkoholgehalt des Bieres.

 

Stammwürze messen.

Die Malz- und die Hopfensorte und auch die Art  der Hefe bestimmen, welche Biersorte der Braumeister braut. Mit einer Bierspindel misst man den Stammwürzegehalt. Dies ist der Anteil des unvergorenen Malzes in der Würze. Der Stammwürzegehalt entspricht nicht dem Alkoholgehalt des Bieres.

 

Das Würzekochen.

Die Würze muss für 90 Minuten auf 100 °C erhitzt werden. Ein wichtiger Vorgang.

 

Die Hopfung.

Hopfen gibt dem Bier sein spezielles Aroma. Der Hopfen wird in die wallend kochende Würze gegeben und mitgekocht. Die Hopfensorte ermöglicht es, eine Vielzahl von Biervariationen zu brauen.

 

Die Heißtrubentfernung.

Bei diesem Vorgang werden aus dem „Heißtrub“ die Maischereste und Hopfenpartikel entfernt. Erreicht wird dies, indem man durch sehr schnelles Rühren mit dem Braupaddel ein „Whirlpooleffekt“ erzeugt. Dabei bildet sich in der Mitte der Würzpfanne ein Kegel mit den genannten Reststoffen. Nun kann die Bierwürze zur Abkühlung und zum Gären abgefüllt werden.

 

Der Gärprozess.

Der Gärvorgang beansprucht 6 – 8 Wochen. Die im Brauvorgang gewonnene Bierwürze enthält Zucker. Dieser wird durch Zugabe von Hefe und den dadurch in Gang gesetzten Gärprozess in Alkohol umgewandelt. Erst dann steht trinkbares Bier zur Verfügung.